So langsam geht die Sache dem Ende zu und die Abstände zwischen den Beiträgen wird wieder größer. Das liegt ausnahmsweise darin begründet, dass ich zur Zeit an allen Fronten gut beschäftigt bin. Auf der Arbeit wird versucht in den letzten Tagen noch so viel wie möglich an Arbeitsleistung aus mir rauszupressen und privat geht man auch gehäufter weg, was unter anderem an mehreren Leaving Parties von nun ehemaligen Kollegen lag.
Wenn ich eines in den 5 Monaten auf der Insel gelernt habe, dann dass ins Pub gehen nicht nur Vergnügen sondern nicht selten auch Business ist. Zum Beispiel hat die BBC wie schon ein paar Mal berichtet, ne eigene Bar und das zu Recht. Man knüpft dort sehr einfach, sehr wichtige Kontakte. Bestätigt hat mir das beispielsweise ein unabhängiger Filmemacher, der hin und wieder auch was für die BBC macht, oder hofft, dass sie es kauft. Wir hatten einen gemeinsamen Heimweg von der TVC Bar, wo wir uns wenige Minuten vorher vorgestellt wurden. Interessanter Kerl. Für seine geschätzten vierzig Jahre ist er zwar merkwürdig jugendlich im Skater-Stil gekleidet und man sieht ihm an, dass in seinem Leben Drogen eine Bedeutung haben, aber vielleicht muss das ja so sein. Er hat mir von seinen Filmprojekten erzhält, zu meiner Schande hab ich das meiste vergessen, da Alkohol im Spiel war. Auf jeden Fall möchte er einen Film über den Religionskonflikt machen., da er Halb-Ire ist. Pikanterweise hat er Familie in beiden Lagern
Das kann also was geben!
Früher an diesem Abend noch in besagter Bar saß ich als unbedeutender Praktikant mal wieder mit der Führungsriege meiner Firma an einem Tisch und es wurden die dollsten Geschichten erzählt. Ich kann nicht alle erzhälen, aber zwei waren besonders gut. Zum einen habe ich erfahren, dass unser Abteilunsgleiter zusammen mit seinem Cousin hobbymäßig einen Hubschrauber baut. Meine erste Frage war natürlich, ob er von einem ferngesteuerten oder einem richtigen, echten, großen Hubschrauber spricht! Nun ja, sein Cousin hat das Projekt damit begonnen sich einen Hangar neben sein Haus zu bauen, damit ist die Frage vermutlich beantwortet. Es wurde auch versucht die ganze Geschichte geheim zu halten, denn die Ehe war im Begriff zu zerbrechen. Doch die erste große Teillieferung bzw. der Truck damit hat sich im Dorf verirrt. Der Fahrer hat dann irgendwo geklingelt und gefragt wo ein John blabla wohnt, sie hätten ein paar sehr seltsame Teile zu liefern. Tja und das Wort wurde von Tür zu Tür getragen… Nun ist die Scheidung Realität und mein Chef bangt um seinen Hubschrauber
Briten sind auf jeden Fall nicht selten ganz gut durchgeknallt. Ein anderer Abteilungsleiter hat erzählt, dass bei ihm jemand in der Straße wohnt, der sich bei einem Schrotthändler ein Jet-Triebwerk (eines russichen Bombers, wenn ich nicht irre) besorgt hat. Nun ja, was hat er damit gemacht. Richtig, was jeder mit gesundem Menschenverstand machen würde. Er hat das Ding in seinem Garten einbetoniert! Hin und wieder wird das Triebwerk dann des Samstags gezündet. Gerade frag ich mich, ob man damit grillen kann? 
Was anderes. Ganz schlimm, nach Jahren der annähernd totalen Abstinenz von Computerspielen, bin ich hier in der letzten Woche der XBOX und genauer gesagt, dem Spiel Burnout 3 verfallen. Wenn die Frau im Hause mal nicht anwesend ist und wir Zeit haben, dann zocken mein Mitbewohner und ich dieses Spiel wie bekloppt. Nicht selten bis in die Nacht… 